Büttenpapier - Fachbegriffe und ihre Bedeutung

Büttenpapier - Fachbegriffe und ihre Bedeutung

 

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Die Herstellung von echt Büttenpapier hat eine alte Tradition. Viele der damals gebräulichen Begriffe stellen uns heute vor Rätsel. Was versteht man unter Gautschen? Was ist ein Bütte? Kennen Sie spontan die Antwort? Im folgenden wollen wir Ihnen einige dieser häufigen Frage erläutern:

Was ist eine Bütte?

Was ist Büttenpapier?

Was sind Hadern?

Wie alt kann Büttenpapier werden?

Was ist ein “Velin”?

Was bedeutet “gerippt” oder “wildgerippt”?

Was ist an einem Büttenrand so Besonderes?

Was versteht man unter “gautschen”?

Was bezeichnet man als “schöpfen”?




Fachbegriffe in alphabetischer Reihenfolge:

Alterungsbeständigkeit  | Bütte  | Büttenpapier  | Büttenrand  | Gautschen  | gerippt  | Hadern  | Schöpfen  | Velin  | wildgerippt  |

Und wenn Sie nach all den Fachbegriffen so richtig Lust auf hochwertiges Büttenpapier bekommen haben: Wir bieten eine große Auswahl an Briefumschlägen, Karten, Falt- oder Doppelkarten und Briefpapier aus echt Bütten.

 

 


Alterungsbeständigkeit

Büttenpapier überdauert wie kaum ein anderes Papier die Zeit. Zwar kann man den Alterungsprozess nicht völlig verhindern, das spezielle Produktionsverfahren und die sorgsame Auswahl der Rohstoffe ermöglich aber einen Erhalt der Dokumente von mehreren hundert Jahren. So ist es kaum ein Wunder, daß die ältesten uns überlieferten Briefe, Bücher und Verträge auf echt Bütten Briefpapieren geschrieben wurden.

Wichtig für die Herstellung ist der Verzicht auf holzhaltige Fasern, wodurch eine Verwendung von Altpapier bereits ausgeschlossen ist. Nur  Baumwollfasern und Zellstoffe mit sehr niedrigem Ligningehalt werden für die Produktion verwendet. Die Leimung des Papiers erfolgt durch Neutralleime und Calciumcarbonat dient als Puffer gegen Säuren. Natürlich darf für alterungsbeständiges Büttenpapier kein optischer Aufheller verwendet werden, da diese Substanzen die Erwährmung und damit den Verfall des Papiers beschleunigen.

Die genauen Bestimmungen für alterungsbeständiges Papier werden in verschiedenen Normen fixiert: DIN 6738 gilt innerhalb Deutschland, DIN ISO 9706 gilt international; ANSI/NISO Z 39.48-1992 ist in den USA gültig.

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Bütte

Als Bütte bezeichnet man ein Gefäß in runder bzw. ovaler Form, der keinen Deckel hat. Zu Beginn wurden Bütten noch aus Holz hergestellt und ähnlich wie Weinfässer von einem Böttcher, Küfer oder Büttner produziert. Später kamen dann erste Bütten aus Metall auf dem Markt. Zum Schutz vor Rost wurden diese Metallbütten mit Blei verkleidet.

In der Papierherstellung wird in den Bütten ein stark verwässerter Faserbrei gemischt. Ein Sieb schöpft aus diesen Gefäßen dann die Fasern ab. Die Fasern verbleiben auf dem Sieb und bilden einen Bogen Büttenpapier, der zum trocknen weiter verarbeitet wird. Noch bis in das 18. Jahrhundert hatten Papiermühlen nur eine einzige Bütte in Gebrauch, wodurch die zu produzierenden Mengen stark begrenzt waren.

In den Karnvealsregionen wurden Bütten früher zu einem Vortragspult für die Festredner umfunktioniert. Hier fand der noch heute verwendete Begriff “Büttenrede” seinen Ursprung.

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Büttenpapier

Büttenpapier ist der Herstellungbegriff für geschöpftes Papier. Bei der Produktion schöpft ein Sieb einen mit Wasser stark verdünnter Faserbrei aus einem Gefäss, der sogenannten Bütte. Auf dem Sieb sammeln sich die Fasern und das überschüssige Wasser tropft durch das Sieb hindurch. Der so entstandene Bogen wird auf ein Flies übertragen, wo dem Büttenpapier Wasser entzogen wird. Dieser Vorgang wird als “gautschen” bezeichnet.

Für die Herstellung von Büttenpapieren eigenen sich nur Hand- oder Rundsiebe, da nur mit diesen Siebformen ein Schöpfvorgang realisiert werden kann.

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Büttenrand

Echte Büttenränder sind ein Qualitätsmerkmal für Büttenpapier. Man erkennt sie am faserig verlaufenden Papierrand. Hält man den Papierbogen gegen das Licht, so erkennt man eine
deutliche Aufhellung zum Rand hin. Ferner sind echte Büttenränder durch eine Verdünnung des Papiers zum Rand ertastbar. Echte Büttenränder können nicht nachträglich erstellt werden. Sie entstehen durch den Schöpfvorgang. Der Faserbrei setzt sich dabei gleichmäßig auf dem Sieb ab. Bedingt durch das Schöpfen und den Rahmen des Schöpfsiebs entsteht am Rand diese charakteristische Optik. Echt Bütten ist ein Prädikat für einzeln geschöftes Büttenpapier.

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Gautschen

Bei der Herstellung von Büttenpapier bezeichnet man den Vorgang der ersten Trockung als das Gautschen. Hierbei wird der mit dem Sieb aus der Bütte gehobene Faserbrei auf ein Flies übertragen, wodurch überschüssiges Wasser vom geschöpften Papier entfernt wird.

Darüberhinaus hat das Gautschen auch einen rituellen Charakter und ist ein alter  Buchdruckerbrauch. Die Lehrlinge wurden nach bestandener Abschlussprüfung in einer Zeremonie von ihren schlechten Gewohnheiten, die sie sich während der Lehrzeit angeeignet hatten, befreit. Die Lehrlinge wurden auf ein Zeichen des Meisters von Ihren Kollegen ergriffen und in eine Bütte, einen Brunnen oder Bottich gesetzt um sie so zu reinigen. Oftmals endete dieser Brauch in einer Wasserschlacht, gefolgt von einer zünftigen Feier, bei der der Lehrling seinen Einstand zum Gesellen besiegelte.

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gerippt / wildgerippt

Siebe, die in der jeweiligen Rippung speziell angeordnete Maschen zeigen, hinterlassen auf dem fertigen Büttenpapier eine ganz spezielle Markierung, die bei Gegenlicht besonders stark zu sehen ist. Die Rippung entsteht während des Shöpfvorgangs, bei der sich die Maschen auf das Papier übertragen. Für ein “geripptes” Bild wird ein Sieb mit gerade verlaufenden Maschen verwendet. Bei “wildgerippten” Papieren verlaufen die Maschen wellenförmig.

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Hadern

Hadern ist die Bezeichnung für unverholzte Faserstoffe, so wie es bei Baumwolle oder Leinen der Fall ist. Aufgrund Ihrer langkettigen Fasern ist es der beste Rohstoff für echt Bütten Briefpapiere. Durch die besondere Beschaffenheit von Hadern erhält Büttenpapier eine besonders hohe Alterungsbeständigkeit und ist deutlich robuster als herkömmliche Papiere. Mittlerweile werden Hadern zu einem erheblichen Anteil aus recycelten Bettlaken, Tüchern oder ähnlichem hergestellt. Die Stoffe werden in einem aufwändigen Verfahren zerkleinert und zu einem feinen Brei zermahlen.

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Schöpfen

Als Schöpfen bezeichnet man einen Arbeitsgang bei der Herstellung von Büttenpapier. Mittels eines Sieb wird ein Faserbrei aus der Bütte geschöpft. Die Fasern verbleiben hierbei auf dem Sieb und werden in späteren Arbeitsschritten zu fertigem Papier verarbeitet. Bei dem Schöpfvorgang können sowohl Handsiebe als auch Rundsiebe zum Einsatz kommen. Langsiebe werden nicht zum schöpfen verwendet.

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Velin

Als Velin bezeichnet man ein spezielles Sieb zum schöpfen des Faserbreis aus der Bütte. Das Velin zeigt im Gegensatz zu gerippten oder wildgerippten Sieben keine Markierungen und erzeugt so Büttenpapier ohne jegliche Strukturen. Bei Gegenlicht kann man ein klare Oberfläche sehen. Wird solches Büttenpapier später nocheinmal gesondert geglättet erhält es die Bezeichnung “matt” bzw. “halbmatt”.

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