Ihre Vorteile im Überblick
hakenKauf auf Rechnung hakenEinzeln bestellbar hakenGroße Auswahl hakenSchnelle Lieferung hakenZertifizierter Shop hakenKostenlose Lieferung ab 75,00€

Büttenpapier ganz einfach selber machen

Büttenpapier selber machen

 

 

Schritt für Schritt zu einem Papier aus echt Bütten

 


Büttenpapier verzaubert die Menschheit schon seit vielen tausend Jahren. Kaum ein anderes Material zeigt so viel Anmut und Eleganz. Wer einmal dieses Papier mit seiner unvergleichlichen Haptik in den Händen gehalten hat, wird dies sicher bestätigen können. Dabei ist es gar nicht so schwer dieses Papier selber herzustellen… okay das Ergebnis mag in seiner Qualität und Optik vielleicht nicht an die maschinelle Fertigung herankommen, aber das sollte auch nicht das Ziel sein. Vielmehr geht es um den Spaß und die Erfahrung, wie unsere Ahnen ihr Papier hergestellt haben. Und mal ganz ehrlich: gibt es etwas Schöneres als Ihre Einladungskarten, Gutscheine oder vielleicht sogar Ihren Liebesbrief auf selbst gemachtem Papier zu verfassen?

Wir möchten Ihnen in diesem Artikel zeigen, wie leicht Sie Ihr eigenes, ganz individuelles Büttenpapier produzieren können. Keine Angst: es ist gar nicht so schwer! Und falls Ihnen Zeit und Muße fehlen sollte, müssen Sie nicht auf den unverwechselbaren Charme von Büttenpapier verzichten. Wir bieten in unserem Shop eine große Auswahl an Briefumschlägen, Briefpapier und Karten in verschieden Formaten und Grammaturen.

 
 

Material- und Werzeugliste

  • Schöpfsieb
    Das Sieb können Sie mit einfachen Mitteln selber basteln. Alles was Sie hierzu benötigen finden Sie in einem Baumarkt. Fertigen Sie zwei Rahmen aus je vier Holzlatten (der eine Rahmen wird das Sieb, der andere der Formenrahmen). Beachten Sie dabei, dass das Innenmaß des Rahmens die Größe Ihres Papiers widerspiegelt. Möchten Sie also ein Blatt Papier im Format DIN A4 erstellen, so sollte das Innenmaß Ihres Siebes 21 x 29,7 cm aufweisen. Verbinden Sie die Latten an den Ecken miteinander. Als Sieb dient ein einfaches Fliegengitter oder feines Drahtgeflecht. Die Maschen sollten sehr fein sein, damit die Papiermasse beim Schöpfen auch tatsächlich im Sieb bleibt und nicht hindurch tropft. Dieses Sieb tackern oder nageln Sie auf einen der beiden Rahmen. Achten Sie dabei darauf, dass das Sieb schön stramm sitzt. Leichte Wellen im Sieb würden dazu führen, dass sich später beim Schöpfen zu viel Papierbrei an diesen Stellen absetzt und Ihr Resultat ungleichmäßig dick wird. Fertig ist Ihr Schöpfsieb!
  • Bütte
    Als Bütte bezeichnet der Papierhersteller ein Gefäß in dem der Faserbrei mit dem Sieb herausgeschöpft wird. Dieser Bütte verdankt unser Büttenpapier seinen Namen. Das Gefäß sollte rund 30 cm tief sein. Die Breite richtet sich nach dem von Ihnen produzierten Schöpfsieb und sollte gut 5 cm breiter als Ihr Sieb sein, damit Sie beim Schöpfen Ihres Büttenpapiers genug Platz haben.
  • Holzplatten
    Um überschüssiges Wasser aus Ihrem Papierbogen zu pressen benötigen zwei Holzplatten. Die Platten sollten mindestens eine Stärke von 2 cm haben, damit sich der Druck gleichmäßig auf das Papier verteilt und möglichst viel Wasser herausgepresst werden kann.
  • Tücher / Filz / Viskosetuch
    Nicht jeder hat spezielle Papiermacherfilze im Haus, um trotzdem möglichst viel Wasser aus dem Papierbogen zu pressen tun es aber auch dicke Tücher aus Leinen oder Baumwolle. Beachten Sie dass, die Tücher möglichst keine Strukturen aufweisen. Frottee z.B. würde seine starke Struktur auf das Papier übertragen, was vielleicht nicht immer gewünscht ist. Ferner benötigen Sie ein Viskosetuch, auf den der geschöpfte Papierbogen übertragen wird.
  • Schraubzwingen
    U
    m das frische Papier zwischen Tücher und Holzplatten zusammenzupressen eignen sich Schraubzwingen ideal. Einfach an allen vier Ecken der Holzplatten fixieren und fest anziehen.
  • Papier
    Natürlich brauch wir auch altes Papier für unser echt Bütten Briefpapier. Hier eignen sich alle Papiere die Sie in Ihrem Haushalt so finden. Beachten Sie dabei bitte, dass alte Zeitungen aufgrund Ihrer Druckschwärze Ihr Büttenpapier grau einfärben.
  • Mixer
    Mit dem Mixer wird das Papier zerkleinert und zu einer homogenen Masse verquirlt.
  • Marmeladenglas
    Um die Konsistenz unseres Faserbreis zu überprüfen benötigen wir ein altes Marmeladen- oder Gurkenglas…  halt irgendein durchsichtiges Glas mit Deckel.

 

Nachdem wir nun alle Materialien und Werkzeuge für unser Büttenpapier zusammen haben kann es losgehen. Zu Beginn reißen wir ca. 400 – 500 Gramm Papier in kleine, ca 5-6 cm breite Stücke und weichen es über mehrere Stunden (am besten über Nacht) in warmen Wasser ein. Das aufgequollene Papier zerkleinern Sie dann mit einem Mixer bzw. Pürierstab ein paar Minuten lang. Ob der Faserbrei die richtige Konsistenz hat, überprüfen wir mit dem Marmeladenglas. Geben Sie etwas von dem Brei in das Glas, verschließen den Deckel und schütteln es gut durch. Sehen Sie jetzt im Gegenlicht noch kleine Knäuel oder Wolken im Glas, so ist der Faserbrei noch nicht gut genug zerkleinert. Wenn Sie im Glas eine gleichmäßige Trübung sehen, ist die Masse für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Den Faserbrei schütten Sie nun in die Bütte und vermengen es mit reichlich Wasser. Je mehr Wasser sie nehmen, desto dünner wird der fertige Papierbogen später. Nehmen Sie sich jetzt das Sieb und den Formenrahmen zur Hand. Pressen Sie den Formenrahmen direkt auf das Sieb. Achten Sie hierbei, dass die Rahmen möglichst gleichmäßig und fest aufeinander liegen, damit die Papiermasse nicht zwischen den Rahmen hindurch laufen kann. Tauch Sie nun die Rahmen senkrecht in die Bütte, bringen Sie die Rahmen in die Waagerechte und heben Sie das Sieb langsam aus der Bütte heraus. Warten Sie einen Moment bis überschüssiges Wasser abgetropft ist. Legen Sie die Rahmen nun bei Seite und heben Sie vorsichtig den Formenrahmen von Sieb. Auf dem Sieb zeigt sich bereits jetzt Ihr erster Bogen handgeschöpftes Büttenpapier. Vorsicht, der Papierbogen ist noch sehr empfindlich! Platzieren Sie nun eine der Holzplatten auf Ihrem Tisch, legen Sie darauf ein Filz oder Tuch und darauf das Viskosetuch. Das Sieb mit dem Papierbogen stellen Sie nun senkrecht auf die Kante der Holzplatte und klappen es langsam herunter, bis das Sieb vollständig auf dem Viskosetuch aufliegt. Mit einem Haushaltspapier tupfen Sie vorsichtig überschüssiges Wasser ab, in dem Sie sanft über die Rückseite des Siebes streichen. Nun können Sie das Sieb langsam abnehmen. Der Papierbogen sollte auf dem Viskosetuch liegen bleiben. Darüber legen Sie jetzt ein weiteres Tuch und darauf die zweite Holzplatte. Die beiden Platten müssen Sie jetzt kräftig mit den Schraubzwingen zusammendrücken, damit das Wasser aus Ihrem Büttenpapier herausgepresst wird. Wenn kein Wasser mehr herausläuft können Sie die Zwingen wieder lösen. Nehmen Sie die oberste Holzplatte ab und entfernen Sie vorsichtig das obere Tuch. Zum Abschluss nehmen Sie das Viskosetuch samt Papierbogen (das Papier nicht berühren, es ist noch sehr empfindlich und reißt sehr leicht ein) und hängen es zum Trocknen auf die Leine. Für ganz eilige empfiehlt sich auch ein Bügeleisen. Legen Sie hierzu ein Geschirrhandtuch oder ähnliches auf den Bogen Papier und trocknen Sie es einfach mit Ihrem Bügeleisen. Fertig ist Ihr ganz individuelles Briefpapier.

Zugegeben, es ist schon etwas aufwändig aber das Resultat wird Sie verzaubern! Haben Sie gefallen an der Herstellung Ihres eigens handgeschöpften Büttenpapiers gefunden? Versuchen Sie doch mal ein wenig Ihre Kreativität freien Lauf zu lassen. Der Papierbrei lässt sich beliebig einfärben oder mischen Sie dem Brei z.B. ein paar Glitzereffekte bei.

Viel Spaß wünschen wir Ihnen bei der Herstellung!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.